Share

Plötzlicher Kindstod

Januar 23, 2012 | Allgemein, Baby Entwicklung, Baby Erstausstattung, Baby Gesundheit, Baby Schlaf, U-Untersuchungen

Der plötzliche Kindstod ist der Albtraum aller Eltern. Jährlich sterben etwa 300 Babys in ihrem ersten Lebensjahr aus scheinbar unerklärlichen Gründen während des Schlafes. Findet der Arzt in der nachfolgenden Untersuchung keine Ursache ist der plötzliche Kindstod, das auch SIDS – Sudden Infant Death Syndrom genannt wird, bestätigt. Bisher gibt es leider wenige Forschungsergebnisse über das traurige Phänomen. Dennoch gibt es Erklärungsansätze und einfache Tipps wie Du dein Kind schützen kannst.
Beim plötzlichen Kindstod spielen mehrere Faktoren zusammen. Zum einen fanden Forscher heraus, dass bei den betroffenen Babys Störungen in der Gehirnentwicklung festzustellen sind, die dafür sorgen, dass die Atmung aussetzt. Zum anderen vermutet man, dass durch diese Gehirnstörung der Blutdruck im Schlaf gefährlich absinkt und nicht wieder reguliert wird. Dies geschieht normalerweise automatisch. Ist nun aber die Gehirnregion von der Störung betroffen, die für das CO²- Empfinden zuständig ist, reagiert der Körper nicht auf die drohende Gefahr. Eine andere Forschungsmeinung besagt allerdings, dass manche Babys einfach den Blutdruckabfall im Schlaf nicht verkraften.

Was verstärkt das Risiko für SIDS?

Generell gilt bei Babys ein erhöhtes Risiko, die:
- auf dem Bauch schlafen. Achte also darauf, dass dein Kind möglichst auf dem Rücken, oder wenigstens in der Seitenposition schläft
- Frühchen, mit einem niedrigeren Geburtsgewicht als 2500 Gramm
- Zwillinge (generell Mehrlinge) sind
- Kinder einer rauchenden Mutter sind, oder deren Mütter in der Schwangerschaft drogenabhängig waren
- eine Mutter haben, die mit weniger als 20 Jahren schwanger wurde
- Geschwister eines SIDS-Kindes sind
- Flaschenbabys sind, d.h. nicht gestillt werden
- durch schlechte oder keine Schwangerschaftsvorbereitung der Mutter vorbelastet sind
Tendenziell sind eher Jungen betroffen als Mädchen.
90 % aller Fälle des plötzlichen Kindstodes ereignet sich im ersten halben Jahr, meistens zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat. Grundsätzlich passiert das im Tiefschlaf, also in der Nacht.

Was kann ich tun um mein Baby zu schützen?

Den Risiken kannst Du entgegen wirken, in dem Du dein Kind nicht in der Bauchlage schlafen lässt. Am besten eignen sich feste, flache Matratzen und eine dünne Bettdecke, die man gut an den Seiten feststecken kann. So kann dein Kind sich nicht in die Decke verwickeln. Am sichersten ist aber immer noch ein Babyschlafsack. Es sollte auch nicht zu warm in dem Schlafzimmer sein. 18 ° C reichen völlig aus. Ist es deinem Kind zu warm, kannst Du das an folgenden Anzeichen feststellen: Dein Kind quengelt möglicherweise beim Schlafen, es schwitzt und hat vor allem im Nacken feuchte Haare, im Sommer sind zudem Hitzepickelchen möglich. Im schlimmsten Fall kann es zu Fieber und schnellerer Atmung kommen. Nehme auf jeden Fall die Vorsorgeuntersuchungen wahr und teile dem behandelnden Kinderarzt alle Auffälligkeiten mit, sofern es welche gibt. Laut Studien soll auch Stillen gut für die Entwicklung des Kindes sein. Daher kommt es weniger zu Störungen, die für das tragische SIDS verantwortlich sind. Eine der besten Voraussetzungen für die gesunde Entwicklung deines Babys ist es aber zu vermeiden, dass dein Kind (auch während der Schwangerschaft) Zigarettenrauch ausgesetzt wird. Das ist wirklich gefährlich und jedes rauchende Familienmitglied erhöht das Risiko des plötzlichen Kindstodes.
Co-Sleeping halten viele Eltern für eine sinnvolle Methode den sicheren Schlaf ihres Kindes zu überwachen. Das bedeutet, dass das Baby in Eurem Bett schläft. Dadurch verändern sich die Schlafgewohnheiten der Eltern total. Mütter bekommen meist einen sehr leichten Schlaf und reagieren auf Unregelmäßigkeiten in der Atmung des Kleinen. Allerdings birgt diese Methode auch seine Gefahren. Erwachsene brauchen meist eine sehr viel höhere Temperatur im Bett und schlafen daher unter dicken Decken. Die beste Möglichkeit wäre hier wohl, das Kleine in einer Babywiege schlafen zu lassen, die nahe am Elternbett steht. Die Zahl der Tode ist durch Aufklärungsarbeit allerdings bereits zurück gegangen.

Bild: Stefan Latz  / pixelio.de

Tags: , , , ,

Comments are closed.