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Neurodermitis beim Baby

April 7, 2011 | Allgemein, Baby Gesundheit

Die Haut des Babys ist 5 Mal dünner als die eines Erwachsenen. Kurz nach der Geburt ist die Haut mit einer eigenen Schutzcreme – der Käseschmiere – bedeckt. Wird das Baby gewaschen, verliert die Haut diesen natürlichen Schutz. Da ihr Schutzschild noch lange nicht ausgereift ist, heißt das, dass sie sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen ist. Hat das Baby Neurodermitis, ist seine Haut noch anfälliger für Entzündungen, Wundsein, Rötungen, Allergien, Ekzeme und Juckreiz. Die Haut braucht also sehr reichhaltige und intensive Pflege, damit die nicht austrocknet.

Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis, auch bekannt als atopische Dermatitis und atopisches Ekzem, ist eine chronische Hauterkrankung. Sie wird vererbt und tritt mit unterschiedlicher Schwere und Dauer auf. Neurodermitis bezeichnet eine Stoffwechselstörung, die mit einem Mangel an essentiellen Fettsäuren einhergeht. Die Haut trocknet aus. Neurodermitis ist nicht ansteckend. Nicht selten ist Milchschorf das erste Anzeichen für Neurodermitis. Meist kommen, wenn das Baby langsam abgestillt wird, Allergien hinzu. Ein Allergietest beim Arzt ist wichtig, damit die Eltern zukünftig die Allergie auslösenden Stoffe meiden können. Typische Symptome von Neurodermitis sind Juckreiz, trockene Haut, Veranlagung zu Allergien sowie Neigung zu Ekzemen.

Neurodermitis. Auslöser
Schwächung des Immunsystems, Stress, Angst, die Umstellung auf Beikost, Infektionen, Impfungen, klimatische Faktoren wie Kälte, Hitze und UV-Strahlung, bestimmte Nahrungsmittel, aber auch Allergene wie Tierhaare, Milben, Staub und Fasern sowie verschiedenen chemische Stoffe können einen Schub auslösen. Zigarettenrauch ist ebenfalls ein großer Risikofaktor. Auf was die Haut des Babys reagiert muss Stück für Stück herausgefunden werden. Am besten führen die Eltern ein Neurodermitis-Tagebuch, in welches sie eintragen, was das Baby isst, mit was es in Berührung kommt und wie seine Haut darauf reagiert. Das Tagebuch zum Arztbesuch mitbringen!

Neurodermitis. Juckreiz
Die Symptome treten beim Baby zuerst am Kopf, an den Armbeugen und an den Knien auf. In schlimmen Fällen ist der gesamte Rumpf betroffen.Trocknet die Haut des Babys aus, entsteht Juckreiz. Wenn die Haut juckt, wird sich das Baby kratzen. Wenn es sich kratzt, verletzt es die Haut und Bakterien können eindringen. Ekzeme und Entzündungen entstehen. Daher ist neben den verschiedenen Therapieformen die Basispflege der Haut besonders wichtig. Bewährt haben sich rückfettende Badeöle, Cremes mit Nachtkerzenöl sowie Harnstoffsalben mit einem Harnstoffanteil von 2-3%. Alle Pflegeprodukte sollten speziell auf Neurodermitis abgestimmt sein. Im Zweifel immer einen Arzt oder Apotheker befragen. Sie kennen sich mit der Produktpalette und den Inhaltsstoffen aus. Bei besonders schweren Fällen wird Cortison verschrieben. Diese Behandlung sollte aber nur über einen sehr kurzen Zeitraum und nur bei akuten Schüben angewandt werden. Wenn die Eltern dem Baby Baumwollhandschuhe anziehen verhindern sie, dass sich das Baby kratzt und seine Haut verletzt.

Neurodermitis. Heilung?
Heilungen sind zwar sehr selten, aber möglich. Das kommt daher, dass sich das Immunsystem und die Schutzbarriere der Haut noch im Aufbau befinden. Wie die Krankheit verläuft, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann nicht vorhergesagt werden. Meist gehen die Symptome mit zunehmenden Alter zurück. Bei 50% der Kinder verschwinden die Symptome nach den ersten 2 Lebensjahren. Die Schübe könne allerdings jederzeit wieder zurückkommen. Die Neigung zu Schüben bleibt ein Leben lang bestehen und das heißt, dass der Haut immer besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden muss. Heilbar ist Neurodermitis beim Baby nicht. Richtige Ernährung und richtige Kleidung ist dabei sehr wichtig. Nach einem Allergietest stellt der Arzt eine therapiebegleitende Diät zusammen. Auf bestimmte Lebensmittel muss das Baby zukünftig verzichten. Kleidung aus speziellen Silberfasern, Baumwolle und die Vermeidung synthetischer Stoffe entlastet die Haut.

[AKL]

Bild: Lydia Margerdt / pixelio.de

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